Klanginstallationen

Vielsaitige Erfahrung

Das, worauf es in dieser Stunde ankommt, sind die Ohren, genauer gesagt: das Gehör.

Mit geschlossenen Augen sitzen die Schüler der ersten Klasse im Halbkreis. Es ist mucksmäuschenstill. Dann ist aus einer Ecke ein Ton zu hören. Bis dieser ganz verklungen ist, darf noch nicht geschaut werden. Doch gleich darauf schnellen die Finger in die Höhe. Am liebsten würde jeder zeigen, mit welchem Instrument das entsprechende Geräusch erzeugt wurde.

Erstaunlich, wie zielsicher von Runde zu Runde jeweils ein Kind exakt zur richtigen Stelle geht und dort, sozusagen zur Verifizierung den Klang nun selbst hervorbringen darf.

Stattgefunden haben in den vergangenen zwei Wochen (6.2-16.2.) einige Musikstunden in dieser Art, je nach Klassenstufe natürlich variiert. Sogar die Kindergartenkinder waren zu Besuch im „Haus am See“, wo der Musik- in einen sogenannten „Klangraum“ umgewandelt worden war. Dieser war von dem mittlerweile bei Bremen lebenden ehemaligen Werk- und Musiklehrer Knut Rennert mit selbst aus Naturmaterialien entwickelten Instrumenten ausgestattet worden. Die Palette des Angebotes war beeindruckend und vielseitig. Allein das musikalische Gerät aus dem Naturstoff Kalk nahm einen besonderen Raum ein. Hinter-einander an einem Holzstab aufgehängte Muscheln erzeugen beim Streifen – wenn fein hingehört wird – ein ganz anderes Geräusch als beispielsweise Schneckenhäuser in der gleichen Anordnung oder Schiefertafeln, Steine und Gips. Die jeweilige Größe verleiht den Tönen auch eine eigene Nuance. Die Klangfarbe von Holzinstrumenten variiert ebenso je nach Material, Größe und Machart.

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