Der Besuch der alten Dame„Es ist durchaus ein Besuch aus dem Diesseits, der in Güllen eintrifft. Es ist die alte Dame Korruption (…), die alte Dame Versuchung, die alte Dame Spekulation auf menschliche Gier- auf die menschliche Bereitschaft sich auch an Unmenschliches und als unmenschlich Erkanntes zu gewöhnen.“ (F. Torberg, Neuer Kurier Wien)
Ein Theaterprojekt ist immer auch (oder vor allem) ein soziales Experiment. Umso mehr, wenn es sich bei den Akteuren um eine solch heterogene Gruppe wie eine Waldorfschulklasse handelt und der zugrunde liegende Text selber ein soziales Experiment beschreibt. Wie kann der Einzelne seine Individualität ausleben, ohne dass dabei der Gruppengedanke verloren geht? Wie kann der Regisseur seine Ideen umsetzen, ohne dabei zum Diktator zu werden? Und nicht zuletzt: Wie kann das „Klassenspiel“ für die Schüler zu dem wichtigen und prägenden Erlebnis werden, welches es für eine ehemalige Waldorfschülerin war? Diese Fragen sind absolut existenziell. Viel wichtiger als das ledigliche Kommunizieren dieses oder jenen Textes.
Nichtsdestoweniger ist Theater nicht denkbar ohne ein Publikum. Und das Publikum will gut unterhalten werden. Das zerbrechliche Gebäude der Aufführung ist letztlich das Ziel, nicht allein der Weg dorthin. In diesem Sinne möchten wir Sie herzlich einladen zu einem hoffentlich spannenden, unterhaltsamen Abend, der im Gedächtnis bleibt und hoffentlich eine Menge Diskussionsstoff über Inhalt und Form birgt.
Lea Connert, Regie |